Eklatante Kunstfellkragen, raffinierte Rüschen und Perlen, die nach kostbar gefüllten Schmuckschatullen schreien − das britische Modelabel Shrimps führt eine neue Opulenz vor, die nicht etwa Kitsch aus mittelalterlichen Zeiten bedeutet, sondern moderne und mondäne Einflüsse miteinander verbindet. Und doch spielen die Kreationen mit geschichtlichen Einflüssen, hat Gründerin und Designerin Hannah Weiland doch einen kunstgeschichtlichen Hintergrund.

Blickt man auf die Designs, möchte man mit bestimmter Stimme sagen: “Au revoir, Purismus”, während beide Arme zur Begrüßung ausgebreitet werden, um die Extravaganz in Empfang zu nehmen, wie etwas, das man jahrelang vermisst hat. Tatsächlich könnte man meinen, die Modewelt bräuchte zwischen all den geradlinigen Schnitten und zurückhalteden Farben, dieser furchtbar tragbaren Mode eben, etwas Abwechslung. Das gerade dafür genügend Raum ist, beweisen zumindest Alessandro Micheles Entwürfe für Gucci mit Nachdruck.

Ganz plötzlich also gelten Perlen nicht mehr als spießig, bunte Kunstpelzmäntel erhalten einen völlig neuen Charme, dem wir uns nicht enziehen wollen. Zu viel Spaß macht die Mode, zu ungezwungen ist sie, als dass man diese neue Opulenz verteufeln könnte.

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Resort 2018
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Spring Summer 2017
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Capsule 2016
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Spring Summer 2017
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Resort 2017

All pictures via Shrimps

Julia
Posted by:Julia